from Walden, Henry David Thoreau
I went to the woods because I wished to live deliberately, to front only the essential facts of life, and see if I could not learn what it had to teach, and not, when I came to die, discover that I had not lived. I did not wish to live what was not life, living is so dear; nor did I wish to practice resignation, unless it was quite necessary. I wanted to live deep and suck out all the marrow of life, to live so sturdily and Spartanlike as to put to rout all that was not life, to cut a broad swath and shave close, to drive life into a corner, and reduce it to its lowest terms..."

O me! O Life!, Walt Whitman
O me! O life!... of the questions of these recurring;
Of the endless trains of the faithless--of cities fill'd with the foolish;
Of myself forever reproaching myself, (for who more foolish than I, and who more faithless?)
Of eyes that vainly crave the light--of the objects mean--of the struggle ever renew'd;
Of the poor results of all--of the plodding and sordid crowds I see around me;
Of the empty and useless years of the rest--with the rest me intertwined;
The question, O me! so sad, recurring--What good amid these, O me, O life?

Answer.

That you are here--that life exists, and identity;
That the powerful play goes on, and you will contribute a verse.


The Road not taken, Robert Frost
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.


Weil ich dich liebe, muss ich fliehend, Heinrich Heine
Weil ich dich liebe, muß ich fliehend
Dein Antlitz meiden - zürne nicht.
Wie paßt dein Antlitz, schön und blühend,
Zu meinem traurigen Gesicht!

Weil ich dich liebe, wird so bläßlich,
So elend mager mein Gesicht -
Du fändest mich am Ende häßlich -
Ich will dich meiden - zürne nicht.


Der Suchende, Kurt Tucholsky
Such - such
suche immer nach dem Geld.
Dann kommt es an.
Such - such
such es auf der ganzen Welt!
Denk immer dran!
Krieche ihm nach.
Leck auf seine Spur!
Sei nicht schwach -
denk immer nur:
Verdienen! Verdienen! Verdienen!
Verdienen! Verdienen! Verdienen!
Ernst ist die Spekulation.
Aber lieben - aber lieben -
aber lieben mußt du es schon.

Such - such
suche immer den Erfolg.
Dann kommt er an.
Pfeif - pfeif -
pfeife auf das ganze Volk!
Tritt auf den Vordermann!
Schmeichle der Macht!
Sag immer Ja.


Schnipsel zum Thema "Krieg", Kurt Tucholsky
"Krieg! Krieg!
Großer Sieg!
Sieg in Albanien und Sieg in Flandern!"
Und es starben die andern, die andern, die andern ...
"Der Krieg", hat einmal ein sterbender französischer Offizier gesagt, "ist eine
viel zu ernste Sache, als daß man ihn den Militärs anvertrauen könnte."
Der Krieg ist eine üble Angelegenheit, und es wird nicht leicht fallen, dem
Soldaten klar zu machen, Mord sei erlaubt, ja Pflicht, und das viel geringere
Delikt des Diebstahls sei Verbechen.
Du sollst nicht töten!, hat einer gesagt.
Und die Menschheit hörts, und die Menschheit klagt.
Will das niemals anders werden?
Krieg dem Kriege!
Und Friede auf Erden.
Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler
verhält sich hierzulande wie die Macht zum Geist.
Es ist zu wünschen, daß es im nächsten Kriege kein Hintergrund gäbe, damit auch
die Frauen der Männer, die heute noch in einem Massenmord eine gewaltige
Leistung sehen, zu spüren bekommen, was er bedeutet.
Es wird die Zeit kommen, wo man pathoslos und sachlich einsehen wird, daß es
klüger und ökonomischer ist, keine Kriege zu führen.
Generäle können keinen Krieg führen, wenn sie keine Soldaten haben.
Kriege werden viel mehr gemacht, als sie entstehen - wer da mit magischen
Geschichten kommt, hat viel zu gewinnen im Kriege - und wenig zu verlieren.
Für einen anständigen Menschen gibt es in bezug auf seine Kriegshaltung
überhaupt nur einen Vorwurf: daß er nicht den Mut aufgebracht hat, Nein zu
sagen.
Wer im Kriege gefallen ist, ist für einen Dreck gefallen.


(Tucholsky, im allgemeinen sehr zu empfehlen )

Sieh, ich bin nicht (Rainer Maria Rilke)

Sieh, ich bin nicht, aber wenn ich wäre,
wäre ich die Mitte im Gedicht;
das Genaue, dem das ungefähre
ungefühlte Leben widerspricht.

Sieh ich bin nicht. Den die Andern sind;
während sie sich zu einander kehren
blind und im vergesslichsten Begehren -,
tret ich leise in den leeren Hund und in das volle Kind.

Wenn ich mich in ihnen tief verkläre
scheint durch sie mein reiner Schein...
Aber plötzlich gehn sie wieder ein:
denn ich bin nicht. (Liebe, dass ich wäre -)


Die Irren (R.M.Rilke)

Und sie schweigen, weil die Scheidewände
weggenommen sind aus ihrem Sinn,
und die Stunden, da man sie verstände,
heben an und gehen hin.

Nächtens oft, wenn sie ans Fenster treten:
plötzlich ist es alles gut.
Ihre Hände liegen im Konkreten,
und das Herz ist hoch und könnte beten,
und die Augen schauen ausgeruht

auf den unverhofften, oftentstellten
Garten im beruhigten Geviert,
der im Widerschein der fremden Welten
weiterwächst und niemals sich verliert.


Bildnis (R.M.Rilke)

Dass von dem verzichtenden Gesichte
keiner ihrer großen Schmerzen fiele,
trägt sie langsam durch die Trauerspiele
ihrer Züge schönen welken Strauß,
wild gebunden und schon beinah lose;
manchmal fällt, wie eine Tuberose,
ein verlornes Lächeln müd heraus.

Und sie geht gelassen drüber hin,
müde, mit den schönen blinden Händen,
welche wissen, dass sie es nicht fänden, -

und sie sagt Erdichtetes, darin
Schicksal schwankt, gewolltes, irgendeines,
und sie giebt ihm ihrer Seele Sinn,
dass es ausbricht wie ein Ungemeines:
wie das Schreien eines Steines -

und sie lässt, mit hochgehobnem Kinn,
alle diese Worte wieder fallen,
ohne bleibend; denn nicht eins von allen
ist der wehen Wirklichkeit gemäß,
ihrem einzigen Eigentum,
das sie, wie ein fußloses Gefäß,
halten muss, hoch über ihren Ruhm
und den Gang der Abende hinaus.

Die Menschen gehn (Rilke)

Die Menschen gehn. Die Ferne flieht und fließt.
In fremde Hände fällt die schwere Stadt.
Und hinter jeder Türe, die sich schließt,
steht eine Nähe auf, verwirrt und matt.

Jetzt drängen sich die Dinge um den Dichter
als bangten sie ihn wieder zu verlieren.
Sie zeigen ihre leidenden Gesichter
dem Einsamen, dem Sagenden, dem Richter;
denn er ist einer von den Ihren.


An Karl von der Heydt (von Rilke)

Meinem und meiner Arbeit liebem Freunde
dankbar zugeschrieben,
da ich seine Worte vom "Stunden-Buch" gelesen hatte

So will ich gehen, schauender und schlichter,
einfältig in der Vielfalt des Scheins;
aus allen Dingen heben Angesichter
sich zu mir auf und bitten mich um eins:

um dieses unbeirrte Gehn und Sagen
und darum: nicht zu ruhn, ich fühlte denn
mein Herz in einem Turme gehn und schlagen:
so nah den Nächten, so vertraut den Tagen,
so einsam weit von jedem, den ich kenn;

und doch so wie die Stunde, welche schlägt,
an Tausendem, das lautlos sich verwandelt,
teilnehmend - und mit Tausendem, das trägt,
mittragend - und mit Einem, welcher handelt,
mithandelnd, leise von ihm miterwägt...

Unsäglich Schweres wird von mir verlangt.
Aber die Mächte, die mich so verpflichten,
sich auch bereit, mich langsam aufzurichten,
so oft mein Herz, behängt mit den Gewichten
der Demut, hoch in ihren Händen hangt.
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